Venenverschluss der Netzhaut

Venenastverschluss und Zentralvenenverschluss

Ein Venenverschluss der Netzhaut ist eine häufige Gefäßerkrankung des Auges. Man unterscheidet zwischen dem Venenastverschluss – bei dem nur ein Ast der Netzhautvene betroffen ist – und dem Zentralvenenverschluss, bei dem die zentrale Vene der Netzhaut verschlossen ist. Beide Erkrankungen können zu einer plötzlichen Sehverschlechterung führen und bedürfen einer raschen augenärztlichen Abklärung.

Ursachen: Warum entsteht ein Netzhautvenenverschluss?

Die häufigsten Risikofaktoren sind Allgemeinerkrankungen, die die Gefäße schädigen:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Diabetes mellitus
  • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung)
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Gerinnungsstörungen
  • Glaukom (erhöhter Augeninnendruck)

Durch diese Faktoren kommt es zu Veränderungen der Gefäßwände. Das Blut kann nicht mehr ungehindert abfließen, es entsteht ein Rückstau mit Blutungen und Flüssigkeitsansammlungen in der Netzhaut.

Symptome

  • Plötzliche oder schleichende Sehverschlechterung
  • Verzerrtsehen (Metamorphopsien)
  • Dunkle Bereiche im Gesichtsfeld
  • Mitunter zunächst nur leichte Sehbeeinträchtigung
Die Ausprägung hängt davon ab, ob ein kleiner Venenast oder die Zentralvene betroffen ist.

Venenastverschluss

Zentralvenenverschluss

Optische Kohärenz-Tomographie (OCT)

Moderne Diagnostik

Eine präzise Diagnostik ist entscheidend für die richtige Therapieplanung. In der Augenklinik Regensburg führen wir alle notwendigen Untersuchungen durch:

  • Funduskopie (Augenspiegelung):
Beurteilung von Blutungen, Gefäßveränderungen und Netzhautschwellungen.
  • Optische Kohärenztomographie (OCT):
Hochauflösende Schnittbilddarstellung der Netzhaut – besonders wichtig zum Nachweis eines Makulaödems.
  • Fluoreszenzangiographie:
Darstellung der Netzhautdurchblutung zur Identifikation nicht durchbluteter Areale.
  • Fundusfotografie:
Dokumentation des Befundes und Verlaufskontrolle.

Behandlungsmöglichkeiten bei Netzhautvenenverschluss

© Roche Pharma AG

Die Therapie richtet sich nach Ausmaß und Komplikationen der Erkrankung.

1. Beobachtung

Bei kleinen Venenastverschlüssen ohne Makulabeteiligung kann zunächst eine engmaschige Kontrolle ausreichend sein.

2. Anti-VEGF-Therapie

Bei einem Makulaödem (Flüssigkeitsansammlung im Bereich des schärfsten Sehens) ist die intravitreale Injektion von Anti-VEGF-Medikamenten heute Standard. Diese Medikamente hemmen Gefäßwachstumsfaktoren, reduzieren die Schwellung und können die Sehschärfe deutlich verbessern.

3. Kortisonimplantat (Ozurdex®)

In bestimmten Fällen – insbesondere bei anhaltendem oder wiederkehrendem Makulaödem – kann ein intravitreales Kortisonimplantat (Ozurdex®) sinnvoll sein.
4. Laserbehandlung
Wenn größere Netzhautbereiche nicht mehr ausreichend durchblutet sind, kann eine Lasertherapie notwendig werden. Ziel ist es, das Risiko schwerer Komplikationen wie Gefäßneubildungen oder Blutungen zu reduzieren.

5. Vitrektomie
bei Komplikationen
In ausgeprägten Fällen kann es zu Glaskörperblutungen oder anderen Komplikationen kommen. Dann kann eine operative Entfernung des Glaskörpers (Vitrektomie) erforderlich sein, um Blutungen zu beseitigen und die Netzhaut zu stabilisieren.

Wichtig: Internistische Abklärung

Ein Netzhautvenenverschluss ist häufig ein Hinweis auf zugrunde liegende Gefäßerkrankungen. Deshalb ist eine enge Zusammenarbeit mit Hausärzten oder Internisten zur Optimierung von Blutdruck, Blutzucker und anderen Risikofaktoren essenziell.

Ihre Spezialisten in der Augenklinik Regensburg

In der Augenklinik Regensburg bieten wir das gesamte Spektrum der modernen Diagnostik und Therapie von Netzhautvenenverschlüssen an – von der hochauflösenden Bildgebung über intravitreale Medikamententherapien bis hin zu Laserbehandlungen und Vitrektomien.

Unsere spezialisierten Netzhautchirurgen beraten Sie individuell und entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein maßgeschneidertes Behandlungskonzept – für den bestmöglichen Erhalt Ihrer Sehkraft.

Zentralarterienverschluss – Augeninfarkt als Notfall

© Roche Pharma AG

Der Zentralarterienverschluss der Netzhaut ist eine akute Durchblutungsstörung des Auges. Er entsteht durch den plötzlichen Verschluss der zentralen Netzhautarterie – meist durch ein Blutgerinnsel (Embolus) oder eine Gefäßverengung.

Diese Erkrankung ist vergleichbar mit einem Schlaganfall des Auges und stellt einen absoluten Notfall dar. Jede Minute zählt.

Symptome – plötzlich und schmerzlos

Typisch ist eine:

  • Plötzlich eintretende, schmerzlose Sehverschlechterung
  • Massive Sehverschlechterung bis hin zum vollständigen Sehverlust
  • Oft nur ein Auge betroffen

Bei diesen Symptomen muss sofort eine augenärztliche, neurologische und internistische Notfallabklärung erfolgen.

Ursachen und Risikofaktoren

Der Zentralarterienverschluss ist meist Ausdruck einer systemischen Gefäßerkrankung. Häufige Risikofaktoren sind:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung)
  • Diabetes mellitus
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern)
  • Karotisstenose (Verengung der Halsschlagader)
  • Gerinnungsstörungen

Nicht selten stammt das verschließende Gerinnsel aus der Halsschlagader oder dem Herzen. Deshalb ist eine umfassende internistische und neurologische Abklärung zwingend erforderlich.

Diagnostik – interdisziplinär und umgehend

In der Augenklinik Regensburg erfolgt die sofortige augenärztliche Diagnostik mittels:

  • Funduskopie (Augenspiegelung)
  • OCT (Optische Kohärenztomographie)
  • Fluoreszenzangiographie bei Bedarf
  • Fundusfotografie zur Dokumentation

Parallel muss eine notfallmäßige internistische bzw. neurologische Abklärung wie bei einem Schlaganfall erfolgen – häufig inklusive Gefäßdarstellung der Halsschlagadern und Herzdiagnostik.

AION (Apoplexia papillae) – Durchblutungsstörung des Sehnervs

Eine weitere wichtige Form der akuten Sehstörung ist die AION (Anteriore ischämische Optikusneuropathie), auch Apoplexia papillae genannt. Hierbei handelt es sich um eine Durchblutungsstörung des Sehnervenkopfes. Auch sie führt zu einer plötzlich eintretenden Sehverschlechterung und muss dringend abgeklärt werden.

Man unterscheidet zwei Formen:

Nicht-arteriitische AION (NAION)

  • Häufig gefäßbedingt
  • Risikofaktoren ähnlich wie beim Zentralarterienverschluss
  • Oft bei Patienten mit „Gefäßrisikoprofil“

Arteriitische AION – wichtige Differentialdiagnose: Morbus Horton

Besonders gefährlich ist die arteriitische AION, die durch eine Gefäßentzündung verursacht wird – meist im Rahmen eines Morbus Horton (Riesenzellarteriitis).


Warnzeichen für Morbus Horton:

  • Neu aufgetretene starke Kopfschmerzen
  • Druckschmerz der Schläfenregion
  • Kauschmerzen
  • Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust oder Fieber

Hier besteht höchste Dringlichkeit: Ohne sofortige hochdosierte Kortisontherapie droht auch am zweiten Auge ein schwerer Sehverlust. Deshalb werden bei Verdacht umgehend Laborwerte (u. a. CRP, BSG) bestimmt und die weitere Diagnostik eingeleitet.

Therapie und weiteres Vorgehen

Die Prognose beim Zentralarterienverschluss hängt entscheidend vom Zeitpunkt der Behandlung ab. Dennoch ist selbst bei rascher Therapie die vollständige Wiederherstellung der Sehkraft leider selten.

Umso wichtiger ist:

  • Die sofortige Notfallabklärung
  • Die Identifikation und Behandlung der zugrunde liegenden Gefäßerkrankung
  • Die konsequente Optimierung von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin
  • Eine enge Zusammenarbeit mit Hausärzten, Internisten und Neurologen

Augeninfarkt = Notfall

Eine plötzlich auftretende, schmerzlose Sehverschlechterung ist immer ein Warnsignal. Bitte suchen Sie unverzüglich einen Augenarzt oder eine Notaufnahme auf.

Ihre Spezialisten in der Augenklinik Regensburg

In der Augenklinik Regensburg verfügen wir über modernste Diagnostik zur raschen Abklärung akuter Durchblutungsstörungen des Auges. In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit sorgen wir für eine sofortige Einleitung der notwendigen Maßnahmen und eine umfassende Gefäßdiagnostik.

Unser Ziel ist es, Ihre Sehkraft zu schützen – und gleichzeitig schwerwiegende systemische Folgen wie einen Schlaganfall zu verhindern.

Grafik mit den Logos der Mitgliedschaften der Augenklinik Regensburg.

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